Der schiefe Turm ist das Wahrzeichen von Pisa in der Toskana/Italien. Er wurde als freistehender Glockenturm für den Dom in Pisa geplant. Die Bauarbeiten begannen 1173. Doch kurz nach nach Baubeginn, noch vor Fertigstellung des dritten Stockwerkes, bemerkte man eine erste Schräglage des Turmes. Der Turm versank fast vier Meter im Schlamm. Das Fundament des Turms ruht auf einer etwa zehn Meter dicken Schicht aus Schlamm, den einst der Fluss Arno in die Lagune von Pisa schwemmte. Darunter liegen 30 Meter Tonerde - alles in allem ein Untergrund wie Pudding.  Dann ruhten die Bauarbeiten für etwa 100 Jahre.  

Die nächsten Stockwerke wurden absichtlich schräg gebaut, um die Schieflage wieder auszugleichen. Mit der Folge, dass der Campanile eine eher bananenartige Form erhält. Der schlammige Boden hat sich mit der Zeit etwas gesetzt, so dass der Turm wenigstens nicht weiter versinkt. Doch schon einige Jahre später folgt der nächste Baustopp - erneut neigt sich das Gebäude. Der Bau wurde noch einmal für fast 100 Jahre unterbrochen.

1372 wurde der schiefe Turm von Pisa endlich fertig gestellt. Doch da der Untergrund zu nachgiebig war und sich unter der Last des Gebäudes verformte, neigte sich dieser immer weiter. Ob er fällt weiß niemand.

Der Turm ist 54 Meter hoch und hat sieben Glocken. Diese durften lange Zeit nicht geläutet werden, weil die Einsturzgefahr zu groß war. Heute ist der schiefe Turm von Pisa ein beliebtes Reiseziel in der Toskana. 1987 wurde der Turm, die benachbarte Kathedrale, das Baptisterium und der angrenzende Friedhof von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 2001 wurde der Turm nach zwölf-jähriger Sanierung wieder für Touristen geöffnet.